“Wenn ich Frauen überzeugen konnte, dass sie Anrecht auf ihre eigene Sexualität haben und Machismo nichts Naturgegebenes ist, dann hat es sich gelohnt“ Monika Krause-Fuchs wächst in Rostock in der DDR auf. Im Jahr des Mauerbaus stürzt sich die Lateinamerikanistik-Studentin in ein Leben, dass sie sich nie erträumt hätte. Als Jesús Jiménez in Warenmünde das neue Frachtschiff „Sierra Maestra“ abholt, verliebt sie sich in den jüngsten Kapitän der Welt. Kurz entschlossen heiraten die beiden, sie folgt ihm nach Kuba und verkehrt im einflussreichen Bekanntenkreis ihres Mannes. Raúl Castros Ehefrau, Vilma Espín, Präsidentin der Kubanischen Frauenföderation und Erste Dame des Landes, beauftragt sie, ein nationales Programm für Sexualerziehung, -beratung, -thearpie und Famlienplanung zu konzipieren und nach erfolgter Sexualausbildung zu realisieren. Die emanzipierte Deutsche engagiert sich für die Gleichberechtigung, die reproduktiven Rechte und Gesundheit der Fraum für verantwortungsvolle und lebensbereichende Partnerschaft. In besonderem Maße setzt sie sich für die sexuelle Aufklärung von Teenagern und für die Entkriminalisierung von Homosexuellen ein. Sie bricht ein jahrhundertealtes Tabu, macht das Thema Sexualität gesellschaftsfähig. Sie veranlasst die Veröffentlichung von einschlägigen Büchern für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Spezialisten, macht Fernseh- und Radioprogramme, mit denen sie die kubanische Machowelt gegen sich aufbringt und ständigen Bedrohungen ausgesetzt ist. Ihre TV-Serie für Teenager über Verhütung bringt Ihr den Titel „La Reina del condón“ (Die Königin des Kondoms) ein, als Schmähung gedacht, aber von ihr seitdem als Ehrentitel getragen. Über ihre drei Jahrzehnte in Kuba wurde der Dokumentarfilm „La Reina del condón“ (Autoren: Silvana Ceschi und Reto Stamm, Zürich) auf dem 60. Internationalen Filmfestival 2007 in Locarno erfolgreich uraufgeführt. Er läuft zur Zeit in Schweizer Kinos. Die Presse hat den Film wohlwollend aufgenommen. „Die Königin des Kondoms“ ist kein Lebensdrama. Vielmehr erlebt der Film stärkste Akzente dort, wo beiläufig Aspekte vom Alltagsleben in Kuba erscheinen. Dabei bleibt er sachlich und unpolemisch, zeigt die sprichwörtliche Lebensfreude der Leute, die das Beste aus ihrer Situation zu machen versuchen, ebenso aber auch die Bilder von Zerfall und Dekandenz eines Systems, das den Untertanen vor allem ein ruiniertes Land hinterlassen hat.“ (Filmbulletin) |