
Die Austellung besteht aus 12 Fotografien aus der Reihe Lügen, in welcher der Künstler gedrehte Gullideckel aufnimmt, bei denen die Farblinien oder die Bodenfliesen nicht zusammenfallen. Es sind kleine Fehltritte, unauffällige Fehler, die in die funktionale Ordnung der Stadt eingefügt werden. Zu jedem Bild gibt es ein Gedicht von Silvana Franzetti und ein kleines Musikstück von Jorge Palomino. Die Ausstellung wird mit einer Tierfalle ergänzt, die sich auf Jorge Oteizas Idee von der Kunst als Falle bezieht, die versucht, das ästhetische Sein einzufangen.
Roberto Equisoain arbeitet in seinen Fotos, Videos und Aktionen häufig mit urbanen und architektonischen Elementen, wobei er die poetischen Dimensionen von Orten wie Parkhausrampen, Tankstellen und verlassenen Gebäuden wiederentdeckt. Im Fall von LiesLügenMentiras wirft er die Frage auf nach dem Feler (ohne h geschrieben), dem unvermeidlichen Irrtum, der früher oder später immer in dem Mechanismus Lüge erscheint. Die Ausstellung bezieht sich auf die menschliche Notwendigkeit der Erstellung von Täuschungen mittels Sprache und Kunst, die das Ziel hat, eine Idee, etwas irrationales, inmaterielles, vielleicht Gott zu fangen.
Die Lüge als Thema entfaltet sich in verschiedenen Medien: Schrift, Bild und Ton. In ihrer Interaktion nähert sich das statische Bild der Fotografie zur zeitbasierten Kunst; indem sie mit einem Audiofragment ergänzt wird, erwirbt sie eine gewisse Dauer auf der Ebene der Rezeption. Dieser Ton führt seinerseits eine Narration auf dem Bild ein bzw. versorgt sie mit einer Atmosphäre die im Bild des Urbanem neue Sinne entdeckt. Wenn man nach der Ausstellung auf der Straße läuft, wird man auf bestimmte Details aufmerksam, die normalerweise unbeachtet bleiben. Die Stadt hat sich verwandelt.