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Franziska Schaums Siebdruckcomic: Die Bremer Stadtmusikanten als Rockband. Atemberaubend frech, frivol und sexy, die liebenswerten Vier- und Zweibeiner in Miezes illustriertem 2nd hand & MusicShop; es kann einem die Sprache verschlagen. Welche Überraschungen werden da Anne Makarovs Rotkäppchenvideo und die Exponate der übrigen Teilnehmer bereithalten? Jeder von ihnen entwickelt seine individuelle Bildsprache in den Arbeiten, die eine Kraft besitzen wie die Bilder des Märchens selbst. Sie sind ungewöhnlich, phantastisch und haben dabei doch feste Konturen.

„So weiß wie Schnee, so rot wie Blut, so schwarz wie Ebenholz” – diese ausdrucksstarke Sprache des Märchens aufzugreifen und als überzeugende persönliche Kommentare für heute umzuformen, das haben sich die jungen AusstellerInnen vorgenommen.

Die durchweg meisterhaft gestalteten Bilder können gefallen, erheitern, Übereinstimmung oder auch Widerspruch erzeugen. Sie bieten ein Spielfeld, auf dem Rezipienten zu Mitakteuren werden.

Als wir die Ausstellung vorbereiteten, die die Arbeiten der 11 jungen Berliner KünstlerInnen – IllustratorInnen, Absolventen der UdK zumeist – zum Thema M A E R C H E N H A F T aus den letzten Jahren erfassen sollte, waren sich die Ausstellenden einig, die Exponate, die vorrangig in den Bereich der Illustration gehören, sollten durch filmische Beiträge der beteiligten KünstlerInnen ergänzt werden. Es zeigte sich schnell, wie recht sie hatten.

 

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Ideen, Einfällen hervor, die Besuchern verschiedene Aspekte des Märchenhaften in ihren Potentialen für die Gegenwart nahebringen. Die künstlerischen Handschriften, die die Auftritte charakterisieren, reichen vom Experimentellen, rein Narrativen bis zum Phantastischen, sie kennen Kraft und auch Zurückhaltung.

Maria Padilla präsentiert mit „Miss Lilith-Put” eine Serie von Collagen und Zeichnungen auf den Originalbuchseiten eines spanischen Schneewittchentextes. Jakob Hinrichs lässt im überdimensionierten Scherenschnitt (2 x 1,5 m) Unholde versus holde Schönheiten agieren. Nach den Protagonisten des Märchens suchte er in seiner Umwelt, in der er auf zwielichtige Gestalten, auf Lumpenpack und Ballköniginnen (sog. Homecomingqueens) getroffen ist. Sie kommen so gegenwärtig und präsent daher wie die Figuren, die Katia Fouquet erfindet und vorführt. In ihren Illustrationen treffen klassische Märchengestalten auf tagesaktuelle Personen, denen Märchenähnliches widerfahren ist, wie z.B Entführungsopfer Ingrid Betancourt. Jörg Hülsmann lenkt in seinen schwarzweissen Tuschezeichnungen zu 1001 Nacht den Blick nach oben, hin zu Kuppeln, Dächern, Gewölben, hohen Türmen und zu sternenvollem Himmel – Märchen pur. Auf Iris Ugurels Stoffcollagen erscheinen gefallene, derangierte Popprinzessinnen im Blitzlicht der Paparazzi in dunklen Farben und Glitzergarn, das sie anstelle der Zeichenstifte für ihre gestickten Figuren nutzt. Sie korrespondieren mit weiteren Exponaten der Ausstellung, die Fläche und Papier als lassische Trägermaterialien der Illustration infrage stellen und die dritte Dimension einführen wie Doro Petersen in ihrer Sammlung kleiner bemalter und gestapelter Holzstücke – angeschwemmtes Strandgut. Sie greift in ihren Abbildungen Objekte, auch Tiere auf, denen im Märchen Zauberkraft innewohnt. Animals auch in